Auf nach Cordoba, die ersten Tage in Spanien

Hallöchen, meine Lieben!

Da die ersten Tage wohl immer die verrücktesten sind, werd ich also detailliert noch mal am Anfang anfangen:

Donnerstag, 14.02.08 (Valentinstag)

04:00: Aufstehen

05:27: Abfahrt Schönefeld Express vom Bahnhof Karlshorst (Danke, Charly…)

07:30: Abflug – Das war schon spannend…EasyJet war nett und der Start hat mir wider Erwarten so gut gefallen, dass er mir glatt ein bisschen zu kurz vorkam.

11:00: Ankunft in Málaga. Dann irgendwie in die Stadt zum Bahnhof.

14:00: Abfahrt AVE (wie ICE) Richtung Córdoba…Die Züge sind etwas luxuriöser als unsere ICEs, muss man zugeben. Man bekommt Kopfhörer und es läuft irgendein spanischer Film. Außerdem wurde ich bzw. mein Gepäck dreimal kontrolliert, bevor ich einsteigen durfte.

14:54: Ankunft in Córdoba, mit dem Bus in die Stadt, aber natürlich völlig falsch ausgestiegen. Also Richtung Mezquita zu Fuß (Die Mezquita ist DIE Sehenswürdigkeit schlechthin in Córdoba. In der Nähe ist die Jugendherberge.). Im Gewühle der Touristen einem Mann begegnet, der mir auf die Schulter geklopft hat, gelacht hat und gefragt hat:„Juda Levi?“ (das ist der Platz, wo die Jugendherberge ist). Und ich: „Sí.“ (Immerhin:-)). Dann hat er mir den Weg gezeigt und mich gleich mal für den nächsten Morgen in die Mezquita eingeladen. Ihr könnt euch vorstellen: ich war etwas verwirrt. Dann angekommen UND: 2 Nächte sind drin! JUHU!!!

Dankbar, dass ich mein Gepäck endlich los war, lief ich dann durch die Stadt und hab tatsächlich Apfelsinen auf den Bäumen entdeckt. Wenn das nix ist…Habt ihr das schon mal in echt gesehen? Prall orangefarbene Früchte an dunkelgrünen Bäumen? Herrlisch!

Am nächsten Tag hab ich erstmal die Fakultät gesucht, die praktisch um die Ecke ist von der Jugendherberge aus. Ich habe eine Stunde gebraucht. Das liegt weder an meinem Orientierungsinn, noch daran, dass ich keine Stadtpläne lesen könnte. Das geht so schnell bei den 100 000 Minigassen und -plätzen hier…Soll mal einer besser machen!

Am Nachmittag war ich dann bei drei Wohnungsbesichtungen. Hier bin ich auf die ersten kulturellen Unterschiede gestoßen: Eine Besichtigung sollte 16:30 sein. Meine obligatorische 5-Minuten-Verspätung ließ mich also 16:35 klingeln. Erwartet wurde ich ca. 1 bis 1,5h später. Es war aber kein Problem. Wir haben gelacht und ich hab gesagt, dass ich mich anpassen werde – zur Freude des Spaniers, weil die Lässigkeit hier nicht verloren gehen darf, wie er meinte:-). Bei der dritten Wohnung hab ich nicht mehr gezögert. Deshalb hab ich jetzt ein rosa Zimmer mit Mamorfußboden und einem kaputten Schrank. Ein Bad ist auch kaputt. Und das zweite teilweise. Aber es gibt noch eins. Die Lichtschalter funktionieren nur, wenn die Hand richtig Anlauf nimmt, um ihn zu betätigen. Bevor ich das herausgefunden hatte (ungefähr gestern), dachte ich, das Licht sei auch ein bisschen kaputt. :-)

Die Wohnung ist perfekt gelegen: mitten im Kneipen- und Studentenviertel (diese Kombination…) und es sind 10 Minuten zu Fuß bis zur Fakultät, also auch zur Altstadt und zum Zentrum.

Meine drei Mitbewohnerinnen sind total lieb und sie geben sich Mühe, mich ins Gespräch einzubinden, was gar nicht so einfach ist. Sie studieren alle Schauspiel und sind alle aus Spanien, worüber ich auch sehr froh bin.

Allgemein finde ich bis jetzt, dass die Spanier sehr hilfsbereit sind und Verständnis für eine „etwas“ langsamere Artikulation ihrer Sprache haben. Das Verstehen ist relativ schwierig, vor allem, weil in Andalusien das [s] nur vor Vokal gesprochen wird. Ihr könnt euch ja mal überlegen, was das bedeutet:

mucha_ gracia_, séi_ (sechs), e_pañol, Plural fällt gleich gar nicht auf.

(Für die Sprachwissenschaftler und die Vollständigkeit: der Plural wird markiert, indem der letzte Vokal aspiriert wird. :-) )

Zusammengefasst: es läuft alles bestens!

Montag, 18.02.2008, ging die Uni los. Na ja, die läuft auch gut. Ich versteh im Unterricht fast alles, was gesagt wird, und die Profs unterscheiden sich nicht von denen in Deutschland. Solche und solche. Meine Kurse (alle aus der Hispanistik) sind ganz interessant, wobei ich den Eindruck habe, dass es nicht ganz so wissenschaftlich zugehen wird wie bei uns in der Sprachwissenschaft.

Ach, das Wetter interessiert euch sicherlich: es sind meistens um die 20°C (manchmal auch schon 24) und die Sonne lässt sich relativ oft blicken. Ich treib mich also möglichst viel draußen herum. Nicht neidisch sein!!

Na dann wünsche ich allen Studenten einen guten Start in die „Semesterferien“ und allen anderen eine nicht weniger angenehme Zeit!! Ihr werdet spätestens genau hier wieder von mir hören, seid alle herzlich gegrüßt, eure tine

4 Responses

  1. Hier haste Deinen Blog!

    Hi Große! Fein, dass Du Dich so wohl fühlst. Bestell bitte allen Spaniern von mir beste Grüße aus der Uckermark.

    Ich muss jetzt erst mal ausruhen und morgen überlege ich, warum in Spanien Buchstaben transpirieren. Wahrscheinlich wegen der Hitze?

    Liebe Grüße

    Mammmiii

  2. Hallo Lady of Spain,
    Super!
    Find ich Klasse, daß Du bloggst und daß es Dir in Andalusien gefällt.
    viel Erfolg und Grüße aus dem Nordosten (von Dir aus)

    P.S. Warum schmeißen die denn in Spanien die Apfelsinen auf die Bäume?
    W.

  3. hola tinchen.. klingt ja alles fantastisch, würd am liebsten gleich ma vorbeikommen zum apfelsinen pflücken und bräunen :-) na denne lern mal noch fein e_panol sin esse ..bis dir tage, hasta luegito, oder lassen seda auch das s weg?besos

  4. @carito007:

    Hi Caro,
    Apfelsinen braucht man nicht bräunen. Die sind orange gut so. Wenn die braun werden schmeißt man sie weg. Meist riechen sie dann auch schon (nicht mehr gut!)
    LG in die Heimat!
    :-D

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